St. Elisabeth Ranis

Erntedank 2020

Ein prächtig geschmückter Altarraum mit Äpfeln, Kürbissen, Sonnenblumen, Getreide, Kastanien – wir feiern Erntedank.
Jedes Jahr am ersten Sonntag im Oktober finden die reichen Gaben der Natur ihren Weg in die christlichen Kirchen.

Am Erntedankfest wollen die Christen Gott für die Schöpfung danken. Sie machen sich aber auch bewusst, dass sie von der Natur abhängig sind. Früher war das Erntedankfest das Ende der Erntezeit und der Beginn des Herbstes. Die Feldarbeit war beendet und Menschen zogen zurück in ihre Häuser. Heute spielt dieser Rhythmus nur noch für wenige eine Rolle. Was man zum Leben braucht, kann man das ganze Jahr im Supermarkt kaufen. Erntedank erscheint unter diesem Blickwinkel als nostalgisches Fest. Gibt es denn überhaupt noch einen Grund, um Dank zu sagen?

Ja, denn es gilt an Erntedank seinen Blick zu weiten, über den eigenen Garten hinaus zu schauen. Das Fest will Menschen Jahr für Jahr erinnern, dass alles wovon wir leben keine Selbstverständlichkeit ist. Hinter allem, was oft achtlos und schnell konsumiert wird, stehen Menschen, die durch ihr tägliches Tun dafür sorgen, dass genügend Nahrung hergestellt wird. Alle Gaben sind Gaben der Schöpfung, Gaben Gottes, die er uns Menschen anvertraut.

Erntedank ist kein nostalgisches, aus der Zeit gefallenes Fest, es ist aktueller denn je. Christliches Leben gelingt nur unter dem Aspekt der Nächstenliebe und diese schließt auch ein, sich für das Wohlergehen jener einzusetzen, die sich in der Produktion unserer Nahrung abmühen. Während früher der Dank für die Erntegaben aus dem eigenen Garten oder von den eigenen Feldern im Vordergrund stand, stehen heute die Bewahrung der Schöpfung , der Klimawandel oder die Erhaltung des Waldes im Vordergrund- und das ist auch gut so. Schon die Heilige Schrift mahnt, Gottes Gaben fröhlich vor sein Angesicht zu tragen und sich immer neu der Verantwortung bewusst zu machen, die jeder Einzelne für die Schöpfung hat.

Quelle: https://www.katholisch.de/artikel/23158-erntedank-mehr-als-eine-nostalgische-feier, zuletzt abgerufen am 11.10.2020.

Schöpfungsgebet von Papst Franziskus

Allmächtiger Gott,
der Du in der Weite des Alls gegenwärtig bist und im kleinsten Deiner Geschöpfe,
der Du alles, was existiert,
mit Deiner Zärtlichkeit umschließt,
gieße uns die Kraft Deiner Liebe ein,
damit wir das Leben und die Schönheit hüten. Überflute uns mit Frieden,
damit wir als Brüder und Schwestern leben und niemandem schaden.
Gott der Armen,
hilf uns,
die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde, die so wertvoll sind in Deinen Augen,
zu retten.
Heile unser Leben,
damit wir Beschützer der Welt sind
und nicht Räuber,
damit wir Schönheit säen
und nicht Verseuchung und Zerstörung. Rühre die Herzen derer an,
die nur Gewinn suchen
auf Kosten der Armen und der Erde.
Lehre uns,
den Wert von allen Dingen zu entdecken
und voll Bewunderung zu betrachten;
zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind mit allen Geschöpfen
auf unserem Weg zu Deinem unendlichen Licht. Danke, dass Du alle Tage bei uns bist.
Ermutige uns bitte in unserem Kampf
für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.